Der Ort

Der Pragsattel - im Volksmund die „Prag"- hat stadtgeschichtliche Bedeutung.

Überlieferungen weisen in die Römerzeit zurück, als Legionäre im 2. Jahrhundert am Weg über die "Prag" für lebhaften Betrieb gesorgt haben sollen. Dort vereinigten sich die Wege aus Westen (Straßburg, Pforzheim) und Nordwesten (Mainz) und führten zum Kastell Altenburg (heute: Römerkastell am Hallschlag).

Teile der Prag sind schon 1292 als Kulturland belegt.

Anfang des 15. Jh. wurde die Prag erstmals urkundlich erwähnt. Von der Entwicklung eines regen Handelsverkehrs und dem Bau einer Gaststätte, das "Letzhäusle", wird berichtet. Und von Räubern, die aus dem nahegelegenen Akazienwäldchen (dem heutige Killesberg-Park) die Handeltreibenden überfallen haben.
Ende des 16. Jh. richtete die Thurn und Taxis-Reichspost eine Station in Cannstatt ein und um 1700 begann der Linienverkehr mit Postkutschen über die Prag.

Anfang des 19. Jh. erwarb König Friedrich das Gelände des "Letzhäusle" und ließ eine Schenke bauen. 1830 entstand das "Pragwirtshaus", das vor gut vierzig Jahren den Umbauten auf der Prag weichen musste.




Quellen:
  • Helmut Dölker: Flurnamen der Stadt Stuttgart, Stuttgart 1982
  • Nordstuttgarter Rundschau, 25.3.1988: Pragwirtshaus und die Vorortsbahnen
  • Amtsblatt der Stadt Stuttgart, 30.7.1981: Einst eine unsichere Fuhrmannsrast